Mediation in der Schule


Allgemein
Schule
Projektleitung
Koeppel
Christa
Projektmitglied
Lüthert
Markus
Immler
Ursula
Frank
Ursula
Zeitrahmen
4 Jahre Pilotphase, danach fixe Implementierung im Schulalltag im 3-Jahres-Rhythmus über alle Stufen (KIGA-UST-MST)
Projektbegründung
Ausgangslage
Rauschtrinken und Gewalt unter Jugendlichen sind Themen, die zur Zeit den gesellschaftlichen Alltag prägen.
Wissenschaftlich ist belegt, dass Jugendliche mit guter Kommunikation und mit gestärkter Persönlichkeit weniger gewaltbereit und weniger suchtgefährdet sind.
Für den Umgang mit konstruktiver Konfliktlösung im Schulalltag fehlen vielfach wichtige "Tools" für SchülerInnen und Lehrpersonen.
Beschreibung des Projektes
Projektziel
Konstruktive Konfliktlösung:
Das Thema wird in allen Klassen bearbeitet, alle SchülerInnen kennen die Mediation als Konfliktlösungs-Instrument.= peer-mediation
Die Kinder können Konflikte früh erkennen und wahrnehmen

Persönlichkeitsbildung
Die Themen: Stärken/Schwächen, pos. Feedback, Wahrnehmung, Gefühle zeigen usw. stärken unsere SchülerInnen in ihrer Persönlichkeit.

Nachhaltigkeit
Die Lehrpersonen bekommen praxisnahes Arbeitsmaterial in Form eines Handbuches für die Arbeit in den Klassen. Die Lehrerbibliothek wird mit notwendiger Literatur ergänzt.
Die Schulleitung bekommt einen Leitfaden für die Umsetzung von Schulmediation als Prävention.
Die SchülerInnen bekommen eine Schlichtungsbrücke und für schwierige Probleme einen Anmelde-Briefkasten für Mediation mit erwachsener Person.
Die Eltern werden in ihrer Erziehungsaufgabe gestärkt.
Strategien und Massnahmen
Start mit freiwilligen Klassen.Die Eltern werden schon im ersten Jahr ins Projekt eingebunden.
Die zuständige Arbeitsgruppe und auch der Elternrat evaluiert jedes Jahr mit entsprechenden Umfragen.

SchülerInnen:
* Diverse persönlichkeitsbildende Themen werden in der Spezialwoche behandelt
* Die Schlichtungsbrücke wird bei Bedarf in den Klassenzimmern benutzt.Siehe Anhang
* Zu Beginn jedes Schuljahres wird die Schlichtungsbrücke und die möglichen erwachsenen Mediatoren den Klassen einzeln vorgestellt .
Lehrpersonen:
* Weiterbildungstag zum Thema Konflikte/ Mediation
* Vorbereitete, stufenspezifische Unterrichtsmaterialien stehen zur Verfügung
* Kollegiale Beratung,Teambildende Themen und Weiterbildungen finden statt
Eltern:
* Info Abend zum Thema Konflikte und Mediation
* Jährlich erarbeitet der Elternrat entweder für die SchülerInnen oder für die Eltern einen passenden Anlass möglichst in der jeweiligen Spezialwoche
Geplante Evaluation
SchülerInnen
* Auf dem Pausenplatz herrscht ein wertschätzender Umgangston. Keine grossen Gewaltvorkommnisse.
* Kooperation und Achtsamkeit in der Gruppe ist sichtbar.
Beispiele:
* Kleine Streitigkeiten lösen die Kinder selber auf dem Pausenplatz.
* Gemeinsam erarbeitete Regeln auf dem Pausenplatz werden untereinander akzeptiert.
* Der Spielgeräteverleih in der Pause verläuft reibungslos und wird von allen Klassen verantwortungsvoll mitgetragen.
* Das Götti / Gottesystem ermöglicht den älteren SchülerInnen Verantwortung für die Kleinen zu übernehmen. (z.B. Räbeliechtli schnitzen).
* Grosse, angefangene Projekte können unbeaufsichtigt tagsüber auf dem Pausenplatz stehen gelassen werden.
Lehrpersonen
* Die Arbeitsgruppe Prävention/Schulkultur klärt jährlich die Nutzung des Anmelde-Briefkastens via Lehrerumfrage ab. Ebenso den Einsatz der Schlichtungsbrücke in den Klassen.
* Am jährlichen Eavaluationstag werden die neuen Themen zusammen im Team diskutiert und festgehalten.
Konzepte der Gesundheitsförderung
Chancengleichheit
Bei Themen wie: sexueller Missbrauch oder Selbstverteidigung (Umgang mit Regeln) arbeiten wir geschlechtergetrennt. Ansonsten gehen wir die Schwerpunktsthemen koeduziert an. Integration findet eine grosse Akzeptanz an unserer Schule.
Empowerment
SchülerInnen
* Durch die jährlichen Spezialwochen werden die sozialen Kompetenzen bei den Kindern gestärkt und gefördert = starke Kinder.
* Klassenübergreifende Projekttage und auch Rituale sorgen für regelmässige positive Förderung der Sozialkompetenz unserer SchülerInnen.
* Für schwierige Kinder-Probleme steht ein Anmelde-Briefkasten für eine Mediation mit erwachsener Person zur Verfügung.
Lehrpersonen
* An einem Weiterbildungstag zum Thema "Schulmediation" wurde das Fachwissen aller Lehrpersonen erweitert.
* Seit der Einführung der Schulmediationsarbeit werden die sozialen Ressourcen der SchülerInnen und der Lehrpersonen besser genutzt.
Eltern
* Die Eltern erwden innerhalb ihres Netzwerkes in erzieherischen Themenbereichen gestärkt.
Partizipation
SchülerInnen:
* Die SchülerInnen lösen ihre kleinen Probleme mit der Schlichtungsbrücke in eigener Kompetenz. Im Schülerparlament werden z.B. Umgangsregeln auf dem Pausenplatz gemeinsam aufgearbeitet und festgehalten.
Lehrpersonen:
* Durch einen Weiterbildungstag und mit Unterstützung einer Schulmediatorin können sich die Lehrpersonen das nötige Hintergrundwissen zur Mediationsarbeit holen. Eine Arbeitsgruppe stellt jeweils stufenbezogenes Arbeitsmaterial zur Verfügung.
Die Klassenlehrpersonen wählen die Übungen, die sie mit ihrer Klasse durchführen aus dem Angebot. Eltern:
*Für die Eltern steht jährlich ein dem Thema angepasster Anlass, vom Elternrat organisiert, zur Verfügung.
Die wichtigsten Infos erhalten alle Eltern über unsere Schülerzeitung.
Langfristigkeit
SchülerInnen:
* Alle SchülerInnen kennen das Mediationsangebot (Briefkasten-Anmeldung f. Mediation m. erwachsener Person )
* Die fünf Schritte der Mediation sind den Schülern von der Schlichtungsbrücke im Schulzimmer bekannt.

* Einmal wöchentlich findet Klassenrat statt, wo persönlichkeitsbildende Themen aus dem Handbuch oder der Lehrerbibliothek Platz haben. Das Lösen und Bearbeiten von Konflikten in der Klasse mit Einbezug der Schlichtungsbrücke findet hier Raum und Platz.
* Wichtige Werte des Zusammenlebens an unserer Schule werden alternierend einmal jährlich am Spezialtag thematisiert
( s. Anhang "xund im Zentrum")
* Gemeinsam definierte Schulhausregeln und deren Konsequenzen sind im Kontaktheft publiziert.
* Vier Mal jährlich findet Schülerrat statt. Hier werden Regeln von SchülerInnen für SchülerInnen (z.B. Pausenplatzregeln) erarbeitet und wenn nötig neu definiert. Auch das Gestalten des Schul-Sylvesters und anderer gemeinschaftsbildender Anlässe werden im Rahmen des Möglichen demokratisch aufgearbeitet.
Lehrpersonen:
* In jedem Klassenzimmer ist die Schlichtungsbrücke und auch ein Flyer der frei wählbaren MediatorInnen sichtbar aufgehängt.
* Jeder Lehrperson steht ein schulinternes Handbuch "xund im Zentrum" zum praktischen Gebrauch im Klassenzimmer zur Verfügung.
* Der Inhalt ist in 4 Bereiche unterteilt: Basics zur Persönlichkeitsbildung, Vernetzte Themen, Schulkultur, Rituale (s. Anhang)
Eltern:
* Miteinbezug des Elternrates mit einer institutionellen Vertretung in der Arbeitsgruppe ist gewährleistet. Die Eltern unterstützen unsere Jahresthemen mit ihren Ressourcen.
Organisation Schule:
* Anhand der positiven Bilanz ist Schulmediation im Schulprogramm aufgenommen.
* Ein Leitfaden zu "Mediation in der Schule" steht der Schulleitung zur Verfügung
Zielerreichung (Evaluation)
Projektziele
Konstruktive Konfliktlösung:
* Alle Kinder kennen die Schlichtungsbrücke und können kleine Probleme selber lösen.
* Manchmal werden Aufsichtpersonen auf dem Pausenplatz zur "Kurz-Moderation" für SchülerInnen-Probleme angefragt. In solchen Momenten kann nach den bekannten 5 Mediationsschritten vorgegangen werden.
* Über den Anmelde-Briefkasten kommen vereinzelte Anmeldungen für eine Mediation mit erwachsener Person.
* Die Schülerinnen wissen, wie sie ihre Bedürfnisse untereinander konstruktiv mitteilen können. (Kennntisse der gewaltfreien Kommunikation)
Persönlichkeitsbildung:
Jedes Kind findet seinen Platz an unserer Schule. Es herrscht ein kooperativer Umgang unter den Beteiligten. Sichtbar wird dieser Gewinn auch während den Unterrichtsstunden . Wir erleben sehr wenig Gewalt.
In altersdurchmischten Schulanlässen übernehmen die Älteren Schulkinder selbstverständlich die Verantwortung für die Kleinen. (Empathie leben und üben)

Nachhaltigkeit:
* Mediation als konstruktives Konfliktlösungsmodell wird von allen genutzt.(peer-mediation)
* Jährlich definiert das Team ein Schwerpunktsthema aus der Mediationsarbeit und genauso den Zeitpunkt.
* Der Elternrat wird regelmässig miteinbezogen und informiert.
* Konstruktive, Schulergänzende Anlässe für Eltern oder Kinder, von Eltern organisiert, finden jährlich statt.
* Es herrscht ein wertschätzender Umgangston unter SchülerInnen, Lehrpersonen und Eltern.
Strategien und Massnahmen
SchülerInnen:
* Es bewährt sich, Schlichtungsbrücke, sowie die erwachsenen MediatorInnen jährlich wiederkehrend den Klassen vorzustellen.
* Ein Spezialthema jeweils in einer Woche zu fixieren und dies auch den Eltern nach aussen zu kommunizieren, ist ein wichtiger Teil unseres Konzeptes geworden.
* Die SchülerInnen machen schnell Fortschritte im Erkennen und Wahrnehmen von Konflikten.
Lehrpersonen:
* Es bewährt sich bestens, wenn eine Arbeitsgruppe jedes Thema für alle Stufen aufarbeitet und den Lehrpersonen zur Verfügung gestellt wird. Persönlichkeitsbildende Themen sind wichtig, gehen aber im Schulalltag gerne fast vergessen.
* Die von der Projektgruppe vorbereiteten Lektionen werden von allen Klassenlehrpersonen sehr geschätzt. Die Erfahrungen, die sie damit im Unterricht machen, werden vom Team als sehr positiv beschrieben.
* Kollegiale Beratung und Teambildende Themen, sowie diverse Weiterbildungen bewähren sich gut. Alle ziehen am gleichen Strick!
* Das Lehrerhandbuch und die Lehrerbibliothek geben den Lehrpersonen eine Auswahl von Übungen für das Arbeiten mit den Klassen.
Eltern:
* Der Elternrat ist immer mit einer Vertretung an den schulinternen Sitzungen der Arbeitsgruppe Prävention und Schulkultur dabei.
* Themenbezogene, ergänzende Anlässe des Elternrates in der jeweiligen Spezialwoche sind ebenfalls zum festen und unerlässlichen Bestandteil unserer Schule geworden. So wird bei uns die Brücke "Eltern-Schule" gebaut und gefestigt.
Stärken
* Festlegen von jährlichen Schwerpunktsthemen im Bereich Mediation/ Prävention (Frühintervention)
* Unterstützende LehrerkollegInnen im Team (Schulkultur gedeiht)
* Freiwillige kollegiale Beratung wird genutzt
* Anmelde-Briefkasten für SchülerInnen wird genutzt
* Schlichtungsbrücken werden in jedem Schulzimmer gebraucht
* Gewaltfreie Kommunikation wird in der Schule gelebt!
* Der Arbeitseinsatz lohnt sich bei uns auf jeden Fall . Es hat sich eine wertschätzende Team- und Schulhauskultur entwickelt.
*Wir erleben weniger Gewalt und weniger Störungen im Unterricht
* Die Schulhauszeitung für jeweilige Eltern-Infos dient der Transparenz und Veröffentlichung nach aussen.
* Aktive Mitarbeit und Ressourcen der Eltern können genutzt werden.
Schwächen
* Es braucht zusätzlich zum Unterrichten ein grosses Engagement von Seiten der Projektgruppe und die entsprechende Haltung dazu.
* Finanziell bekommen wir eine kleine Zusatz-Entschädigung, entspricht bei weitem nicht den aufgewendeten Arbeitsstunden.
* Funktioniert mit Idealismus und Überzeugung gegenüber der mediativen Haltung aller Mitarbeitenden.
Anhänge
Fotos
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Dateien
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