Bewegungskisten


Allgemein
Projektleitung
Kontaktlehrperson
Kurzbeschreibung
Die Kinder sollen sich zwischen dem Unterricht mehr bewegen.
Beschreibung
Anhand von mehreren Bewegungskisten (Kisten mit Material zur Förderung der Bewegung bei Kindern) soll die Gesundheit, Konzentration und Motivation der Schüler-/innen erhalten und verbessert werden. Die Kinder sind im Unterricht somit ausgeglichener.
Die Bewegungskisten rotieren in einem Bestimmten Turnus von Lehrperson zu Lehrperson, bis die Kisten in jeder Klasse einmal waren. Daraufhin wird dieser Turnus so lange wiederholt, bis Änderungen von den Kindern oder den Lehrpersonen gewünscht werden. Jede Bewegungskiste enthält anderes Material, damit die Kinder verschieden gefördert und motiviert werden. Die Kisten können vor allem in der 9 Uhr Pause gebraucht werden. Bei Bedarf werden die Kisten auch während des Unterricht eingesetzt.
Zeitrahmen
Erste Instandsetzung und Durchführung: Januar 2015 bis April 2016. Langfristig ist das Weiterführung der Bewegungskisten geplant.
Projektbegründung
Ausgangslage
In der Freizeit bewegen sich die Kinder zu wenig und in der Schule sitzen sie häufig an den Tischen. Die Lehrpersonen beobachten eine steigende Tendenz zu Übergewicht. Sie sind im Unterricht oft müde, un-konzentriert, beklagen sich über Schmerzen oder sind demotiviert.
Bewegung im Unterricht fördert die Freude, die positive Energie der Kinder, ihre Konzentration und hat zuletzt einen positiven Einfluss auf die Lernleistungen, da die Gehirn- und Körperdurchblutung angeregt und die Synapsen und Neurotransmitter begünstigt werden.
Beschreibung des Projektes
Projektziel
-Die Lehrpersonen und die Kinder sind sich über den Nutzen/Chancen der Bewegung durch die Spielmaterialien in den Kisten bewusst.
-Der Gebrauch der Kisten ist in der 9 Uhr Pause und im Unterricht verankert und die Materialien sind regelmässig im Einsatz.
-Die Kinder spüren einen Fortschritt in ihrer Konzentrationsfähigkeit.
-Die Kinder sind motiviert, die Bewegungspause mit dem Material der Kiste täglich zu nutzen. Sie sind befähigt, selber zu merken, wann die Bewegungspause für sie sinnvoll ist.
-Die Lehrpersonen beobachten konzentrierte und motivierte Kinder und erkennen eine Leistungssteigerung.
-Die Eltern sind über den Einsatz der Bewegungskisten informiert und sind sich über den Nutzen der Bewegung zwischen dem Unterricht bewusst.
Strategien und Massnahmen
Das Team klärt den Sinn der Bewegungsförderung und unterrichtet die Kinder darüber. Die Eltern werden in einem Schreiben ebenfalls über den Einsatz informiert.
Im Unterricht wird so lange über den Einsatz der Kisten gesprochen, bis die Kinder fähig sind, diese selber sinnvoll zu nutzen und aufzuräumen.
Über den Nutzen der Kisten wird eine Evaluation mit den Schüler/innen und Lehrern durchgeführt.
Sie werden wöchentlich von jeder Lehrperson auf ihre Vollständigkeit und Intaktheit überprüft. 2 Mal jährlich werden die Materialien und die Kisten von der Arbeitsgruppe Gesunde Schule genau kontrolliert und bei Bedarf geflickt oder neu gekauft.
Geplante Evaluation
Die erste Befragung der Lehrpersonen und der Schüler/innen erfolgte anhand eines 8 Fragen Spiders, die eine Klasse ausgewertet hat. Die Weiterentwicklung des Einsatzes der Bewegungskiste wurde so garantiert.
In den Pädagogischen Teams und im Schülerrat wird halbjährlich über Entwicklungsmöglichkeiten der Bewegungskisten diskutiert und die Arbeitsgruppe Gesunde Schule setzten diese Wünsche wenn möglich um.
Konzepte der Gesundheitsförderung
Chancengleichheit
Ebene Lehrperson:
Dadurch, dass die Lehrpersonen selber entscheiden können, in welchem Umfang sie die Bewegungskisten während des Unterrichts einsetzen, wird die Chancengleichheit berücksichtigt. Die 9 Uhr Pause wird von allen zur gleichen Zeit und gleich lange eingehalten oder sonst im Schulzimmer durchgeführt. Die Lehrpersonen bleiben dadurch flexibel und werden nicht gestört in ihrem Unterricht.
Ebene Schüler/-innen:
Da die Bewegungskisten sehr unterschiedliches Spielmaterial enthalten und dies auch in verschiedenen Varianten eingesetzt werden kann, ist die Chancengleichheit berücksichtigt.
Die Bewegungskisten mit ihrem Inhalt werden in einem bestimmten Turnus von Zimmer zu Zimmer weitergegeben und so wird eine Abwechslung geschaffen, in der jeder Schüler und jede Schülerin regelmässig etwas Ansprechendes spielen kann. Der Gebrauch der Bewegungskiste ist auf freiwilliger Basis und die Kinder können selber entscheiden, ob und in welcher Intensität sie die Spielmaterialien nutzen wollen. Mädchen und Jungen oder auch Kinder mit verschiedenem religiösem Hintergrund können gleichermassen mit den Materialien spielen, da sie geschlechterneutral sind und keinerlei Bezug zu Religion aufweisen.
Empowerment
In einer Teamsitzung konnten die Inhalte der Spielkiste nochmals ausprobiert und überprüft werden.In der Teamsitzung wurde man mit den Spielmaterialien vertraut und somit konnte man den Kindern den richtigen Gebrauch gut weitergeben. Das Amt für Sport und Kultur hat uns bei der Auswahl des Inhaltes beraten.
Die Schülerinnen lernen, auf ihren Körper und auf ihre Bedürfnisse zu achten, in dem sie von der Lehrperson auf die Möglichkeit der Bewegung aufmerksam gemacht werden. Durch regelmässiges Wiederholen lernen die Kinder, dies selber wahrzunehmen. Sie profitieren zusätzlich gegenseitig von den Erfahrungen der Anderen und bemerken die positiven Effekte auf ihr Lernen, wenn sie sich oft mit den Spielmaterialien bewegen.
Sie lernen somit, mit Stress konstruktiv umzugehen.
Partizipation
Der Inhalt der Bewegungskiste wurde im Team sorgfältig ausgewählt und diskutiert. Auch die Kinder konnten in den Klassenratstunden ihre Ideen einbringen.
Der Gebrauch und der Sinn der Bewegungskisten wird im Unterricht mit den Schüler/innen diskutiert, ihre Anliegen ernstgenommen und im Team daraufhin diskutiert. Anpassungen werden allenfalls vorgenommen. Regelmässig fragt die Arbeitsgruppe Gesunde Schule nach, ob der Einsatz der Bewegungskisten für die Lehrpersonen und Schüler noch stimmig ist.
Langfristigkeit
Die Chance der gezielten Bewegung im und zwischen dem Unterricht wurde von Lehrpersonen wie auch Schüler/-innen wahrgenommen und schätzen gelernt. Der Gebrauch der Bewegungskisten wird in der Arbeitsgruppe Gesunde Schule halbjährlich (vor den Sportferien und vor den Sommerferien) neu evaluiert, in dem in den Pädagogischen Teams Änderungswünsche und Verbesserungsvorschläge gesammelt werden, damit die Motivation zum langfristigen Einsatz der Kisten erhalten bleibt. Die Arbeitsgruppe Gesunde Schule garantiert die Umsetzung der Wünsche in geeigneter Form.
Zielerreichung (Evaluation)
Projektziele
Obwohl das Projekt noch nicht vollständig abgeschlossen ist, da wir erst eine Evaluation durchgeführt ha-ben, können wir doch das Erreichen einiger Zwischenziele dokumentieren.
Die Lehrpersonen und Schüler/-innen haben sich in der Zwischenzeit an die Spielpause im Gang um 9 Uhr gewöhnt und sie schätzen gelernt. Somit ist die zusätzliche gezielte Bewegung zwischen den Unterrichts-stunden gewährleistet.
Innerhalb des Unterrichts wird die Spielkiste ebenfalls mit zunehmender Tendenz in den Klassenzimmern eingesetzt, da die Kinder den Nutzen einer bewusst gewählten Bewegungspause wahrnehmen. Einige Kinder beginnen bereits zu merken, wann ihre Konzentration nachlässt und sie kommen selbstständig fragen, ob sie kurz eine Bewegungspause einlegen können. Bei anderen braucht es noch die Hilfe der Lehrperson.
Die Kinder müssen jedoch lernen, rechtzeitig wieder mit dem Schulstoff fortzufahren. Momentan vergessen die meisten die Zeit, während sie sich bewegen und die Bewegungspause dauert zu lange.
Nach der Bewegungspause können sich die Schüler-/innen konzentrierter in das zu Lernende vertiefen. Die Bewegungspause ermöglicht den Kindern effizienteres Arbeiten. Der Lernzuwachs ist dank der Bewegungspause oft grösser oder es wird in einer Lektion verhältnismässig schneller und fehlerfreier gearbeitet.
Strategien und Massnahmen
Die Bewegungskisten mit den Spielmaterialien haben sich sehr bewährt. Eine weitere Evaluation über den Turnus der Bewegungskisten und den Inhalt der Bewegungskisten ist am Laufen. Dies wird im Klassenrat diskutiert und danach in den Schülerrat gebracht. Die Lehrpersonen diskutieren die Vorschläge in den Pädagogischen Teams. So können wir die Motivation bei den Kindern aufrecht erhalten.
Stärken
Förderlich war die Diskussion im Team über die Form des Inhalts und des Einsatzes der Bewegungskisten von Anfang an. Es war somit ein von allen Teammitgliedern getragenes Projekt. Dass die Kinder Freude an den Bewegungskisten zeigten, hat uns zum Weitermachen motiviert.
Schwächen
Generell ist der Verlust von Materialien in den Kisten relativ gross und auch die Deckel der Bewegungskisten sind oft beschädigt worden. Dies hatte einen kurzen Motivationseinbruch bei den Lehrpersonen zur Folge. Wir hätten die Kinder von Anfang an besser über den Gewinn der Kisten sensibilisieren sollen. Somit wären die Schüler-/innen eventuell sorgfältiger mit ihnen umgegangen.
Das Projekt ist nicht auf der Elternebende abgestützt, weil wir es bis jetzt nicht für nötig gehalten haben. Geplant ist jedoch die Dokumentation der Bewegungskisten auf unserer Homepage in Form von Beiträgen von Schüler-/innen. Sie werden angehalten, ihre Erkenntnisse und Erlebnisse in Zusammenhang mit den Bewegungskisten zu dokumentieren.